Sonntag, 16. November 2014

Bist Du vorbereitet, wenn es passiert? Ein Erste-Hilfe-Kurs kann Leben retten!

Hallo liebe Einstig-Freunde!

Na, heute schon die Nachrichten geschaut? Oder Radio gehört?
Sicher kam mindestens eine Meldung wegen eines Autounfalls auf der Autobahn, eines Straßenbahnunglücks in der Innenstadt, der Verbrühung eines Kleinkindes zu Hause oder eines Herzinfarkts in einer Promifamilie!
    

Jeder kennt und hört diese Nachrichten jeden Tag. Sie gehen ins eine Ohr rein, aus dem anderem Ohr wieder raus und sind gleich vergessen.
Aber was wäre, wenn:
- Du den Autounfall auf der Autobahn mitansehen müsstest?
- Du in der Straßenbahn sitzen würdest?
- Oder Du bei Opa zu Besuch bist und plötzlich bekommt er einen Herzinfarkt?
- Was wäre, wenn Deine kleine Nichte eine Tasse heißen Kaffee umschüttet und sich verbrennt?

Was würdest Du als erstes tun, wenn Du mitten drin bist?
Fällt Dir in diesem Moment die richtige Notrufnummer ein? Wie legst Du die verletzte Person am besten hin, damit sie frei atmen kann? Legst Du beim Herzinfarkt der Person die Beine hoch oder doch besser nicht?  Ab wann ist die Verbrennung bei einem Kleinkind lebensbedrohlich?

Ein harter Einstieg für unseren "Einstig-Blog", bei dem es doch sonst immer so fröhlich zugeht!
Wir von "Einstig" sind eine total witzige Gruppe. Wir haben gerne Spaß und lachen viel. Wir sind kreativ und fantasievoll. Und nun so ein Thema?

JA! Genau deswegen so ein Thema! Denn wir wollen, dass auch weiterhin die Menschen und wir fröhlich sind! Und was ist da schöner, als zu wissen: ich kann Leben retten. Ich kann helfen. Ich kann anderen Familien ein Happy End verschaffen. Denn ich weiß, was im Notfall zu tun ist.


Dass ein Erste-Hilfe-Kurs trotz seines ernsten Hintergrundes aber nicht langweilig oder traurig sein muss, dass erfuhren wir nun schon zum vierten Mal aufs Neue! Viele von uns machen diesen Kurs jedes Jahr wieder. Freiwillig und einfach mit dem Hintergedanken: "Ich möchte nichts vergessen, ich möchte die Abläufe in Erinnerung rufen und ich möchte üben für den Notfall!"

Seit drei Jahren leitet und begleitet uns Nadine Zikofsky von "ProMedic Karlsruhe" durch ein Erste-Hilfe-Training. Noch nie wurde es langweilig, denn Nadines Art, die Lerninformationen zu vermitteln, sind schlichtweg genial.
Eine Mischung aus ihrer eigenen Erfahrung im Rettungsdienst, Erlebnissen im privaten Rahmen mit Bekannten und Familie sowie praktischen Teilen, macht diese Kurse immer zu einer kurzweiligen Angelegenheit.
Der Kurs  ging von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr, und wir haben fast durchgemacht, ohne große Mittagspause. Hat das jemand vermisst? Ich behaupte: nein!

Lasst uns einen Blick auf den gestrigen Kurs werfen.

Theorieteil:
 

Im Theorieteil erfuhren wir viel Allgemeines über uns als Ersthelfer:
- Wir können nichts falsch machen - außer wenn wir gar nichts tun!
- Wir können nicht rechtlich belangt werden, auch wenn wir etwas falsch machen, außer wir taten es mit voller Absicht.
- Eigensicherung geht vor! Es nützt niemanden, wenn der Ersthelfer plötzlich auch zum Verletzten wird!
- 112 ist die Nummer, die es zu wählen gilt.
- Am Telefon alle Fragen der Rettungsleitstelle beantworten und auf Rückfragen warten. Nicht wir beenden das Telefonat, die Retter am anderem Ende sagen uns, wann wir auflegen dürfen!
- Immer an den "HELD" denken:  H = Hilfe holen (Notruf absetzen)  , E = Ermutigen (gutzureden),  L = Lebenszeichen prüfen (dabei auf Atmung, Bewusstsein und "Cirkulation" achten) , D = Decken (zum Warmhalten des Verletzten)

Stärkung am Buffett:

Nach so viel Theorie war es an der Zeit, uns zu stärken. Wie sich herausstellte, war das Timing von Nadine mit Bedacht gewählt. Denn was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Jetzt folgte der anstrengende Teil des Tages.

Die stabile Seitenlage:
Die stabile Seitenlage ist an sich eine einfache Sache, wenn ... ja wenn wir nicht so kreativ wären! Wie Nadine so schön sagte: Welcher Verletzte dreht sich erst einmal noch brav auf den Rücken, bevor er das Bewusstsein verliert, damit er dann vom Ersthelfer bequem in die Seitenlage gedreht werden kann?
Und so fanden wir nach der Einweisung (wie die stabile Seitenlage überhaupt aussieht: winken, tanzen, dicht beisammen sein,  Kopf muss tiefer liegen als der Magen, und Gürtelschlaufen sind in Wahrheit Rettungsschlaufen) ...


... immer wieder neue Positionen, aus den wir den Verunglückten bergen mussten. Und wir erkannten: die stabile Seitenlage ist im Vergleich zur Bergung ein Kinderspiel!


Nicht nur ein Mal lösten unsere Bergungsversuche bei uns allen einen Lachkrampf aus! Und selbst Nadine konnte ihre professionelle Miene nicht unter Kontrolle halten.

 


Doch mit den guten Tipps und Tricks unserer Kursleiterin und dem Hinweis "Manchmal ist es eben einfach nur ein kontrolliertes Fallen", konnten wir jeden "Verunglückten" mit vereinten Kräften in die stabile Seitenlage bringen.

 

Hinterher wurde natürlich ausführlich darüber gesprochen und die Hilfemaßnahmen ausgewertet.


Wiederbelebung:
Nach diesem Teil des Kurses dachten wir alle: Anstrengender kann es nicht werden! Aber es kommt immer anders als man denkt.
Nadine stellte uns Anne vor. Anne ist kein Mitglied des Zombiewalks und gehört auch nicht zur Filmcrew des neusten Horrorstreifens. Anne ist unser Dummy. An ihr durften wir die Wiederbelebung üben.


30 mal drücken - 2 mal beatmen (lieb drücken und küssen) - am besten zum Rhythmus der Songs "Yellow Submarine" oder "Staying Alive". Alternativ würde auch "Highway to hell" funktionieren, was bei einer Wiederbelebung aber doch etwas makaber wirken würde.


Nun waren wir an der Reihe:
 

Amputationen:
Ein weiteres Thema war die Amputation. Wer jetzt an Blutfontänen denkt, hat leider zu viele Filme gesehen. Selbst wenn eine Hand amputiert wird, spritzt das Blut nicht in solchen Massen heraus, wie es mancher Regisseure gerne hätten. Aufpassen muss man am Oberschenkel!
Und auch ein ausgeschlagener Zahn kann als Amputat gelten. Also, alles einpacken, so dreckig wie es ist, und dem Arzt mitgeben! Und immer daran denken, auch amputierte Gliedmaßen können Erfrierungen erleiden. Also nie auf Eis lagern und wirklich nie sauber waschen (Enden fransen sonst aus).
Bewährt hat sich die "Beutel in Beutel"-Methode (in einen Beutel das Körperteil, fest verschließen und diesen Beutel in einen anderen Beutel mit kühler Flüssigkeit stellen).  Bei einem Zahn ist die "Zahn zurück in Mund"-Methode (ausgeschlagenen Zahn zurück in den Mund und dort aufbewahren) am besten, solange man den Zahn nicht herunterschluckt!

 

Sonstige Themen:
Neben all den Themen, welche ich schon beschrieben habe, kamen wir auch auf den Herzinfarkt und Schlaganfall zu sprechen. Hier ist schnelle Hilfe gefragt! Im Notfall lieber einmal zu viel den Rettungswagen rufen als einmal zu wenig. Und sich nicht auf Diskussionen einlassen.

Außerdem kam das Thema Verbrennungen auf! Gerade Kleinkinder verbrühen sich schnell. Dazu reicht schon eine Tasse Kaffee, die auf dem Boden steht. Die Kleider und vor allem die Windeln saugen die heiße Flüssigkeit auf und verbrennen die Haut darunter weiter. Die verbrannte Fläche seiner Innenhand ist bei einem Kleinkind schon lebensbedrohlich!
Bitte nicht mehr, wie früher gelernt, mit kaltem Wasser kühlen. Das kann zu einem Schock führen bzw. auch dazu, dass die verbrannte Stelle stärker durchblutet wird und der Schmerz so nicht wirklich besser wird. Besser ist es, lauwarmes Wasser zu nehmen!

Abschlussfoto:
Beenden möchte ich den Rückblick auf den Kurs mit diesem Foto.


Jeder kann erkennen, mit wieviel Ernsthaftigkeit wir versuchten, den Puppen das Leben zu retten. Und wenn wir bei den Puppen schon alles geben, können wir Euch versichern: Bei Euch und jedem anderen Menschen würden wir noch viel mehr geben.

Es war ein toller Tag, und wir danken Nadine sehr für die tolle Kursleitung.
Wir wünschen uns sehr, dass wir auch nächstes Jahr wieder genügend Teilnehmer finden, die solch ein Training mit uns machen.

Mehr Fotos zu diesem Tag gibt es im Forum im "Aktivitäten-Archiv" >> hier klicken <<.

Hier seht Ihr den Videoclip von unserem 1. Hilfe Training. Um ihn in besserer Qualität zu sehen, klickt beim Clip oben auf die Beschreibung. Ihr gelangt dann direkt zu Youtube, dort könnt Ihr die Einstellung auch auf HD ändern.



Bevor ich nun endgültig "bye bye" sage, hier (wie immer) noch eine kleine Vorschau auf die kommenden Aktivitäten von Einstig (für mehr Infos einfach auf die Aktivität klicken).


Alles Liebe und bleibt gesund! Auch wenn wir das Wissen, was zu tun ist, nun haben - so möchten wir es doch nie anwenden müssen!

Kommentare:

  1. Besser kann man den Tag und diesen 1. Hilfe Kurs nicht zusammenfassen. Danke Dani

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  2. Das war, anscheinend, "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" Kurs. Seit anfang 2015 gibt es nur 1 Erste-Hilfe-Kurs mit 9 Unterrichtseinheiten(ca. 7,5 Stunden). Früher gabs 1- und 2-Tägige Kurse.
    Da sollte ganzes Konzept geändert werden. Haben Sie schon Erfahrung damit?

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