Sonntag, 23. November 2014

Von Rüsseldrachen und Wimpernwürsten: Einstig tont

Nach dem Filz-Abend und dem Herstellen von Seife wagten wir uns an ein weiteres kreatives Projekt: das Tonen. Kaum hatten wir den Ton ausgepackt, konnte man feststellen: Die Einstig-Toner dieses Tages ließen sich in zwei Gruppen unterteilen. Die einen hatten zu Beginn keine ausgereifte Idee, was in den kommenden Stunden aus Ton entstehen sollte. Sie formten einfach voller Kreativität drauf los. Und dann gab es den „Planer“, der mit genauen Vorstellungen und ausgedruckten Bildern im Gepäck anrückte.

 

Bevor Kreativität und Plänen freien Lauf gelassen werden konnte, mussten wir jedoch erst einmal Erfahrungen sammeln. Wir hatten zweierlei Sorten Ton zur Verfügung. Der eine Ton war wesentlich fester als der andere und eignete sich daher besser für glatte Flächen als für filigrane Formen. Darum wurde zu Beginn so manches halbfertige Ergebnis wieder eingestampft, und so mancher Fluch hallte durch den Raum. Da halfen auch die vielen, eigentlich ganz ehrlich gemeinten anerkennenden Worte nichts – sie wurden einfach nicht ernst genommen. :-)
  
 
 
Aber Schritt für Schritt machten wir uns mit dem Material vertraut, und schon konnte man die beiden Ton-Typen wieder wunderbar unterscheiden: Die einen formten wie die Wilden, ihre Kreativität war kaum zu bremsen: Hier entstanden Windlichter aus Ton, Glas und Perlen, dort farbenfrohe, glitzernde Anhänger. 
 
 
 
 

Ein Werk nach dem anderen wurde zum Trocknen aufs Tablett gelegt … während man am anderen Ende des Tisches die ganze Zeit über mit dem Projekt „Wappen“ beschäftigt war – es wurde sogar angebaut! Angebaut? Ja, denn neben dem Drachen sollte auch noch der gesamte Königstitel von Viserys, einer Figur aus der Serie, auf das Wappen. Und der ist lang! Zu lang für das Wappen. Der Vorschlag, doch einfach nur "Visy Targy" draufzuschreiben, wurde nach reiflicher Überlegung doch verworfen. Also wurde an den Seiten Stück für Stück Ton angefügt, der Name immer wieder „ausradiert“ und von Neuem begonnen. 
 
   

Währenddessen füllte sich das Tablett der „Kreativ-Ecke“. Die Bänder für Schmuckanhänger waren aufgebraucht. Kein Problem, wenn man eine Kostüm-Idee im Kopf hat! Das Kostüm hängt zwar noch nicht im Schrank, aber mit den Accessoires kann man ja schon einmal beginnen. So entstanden kleine schimmernde Fantasy-Gefäße, die man an einen Gürtel hängen kann. 

 

Nebenan wurde es tierisch: Eigentlich sollte nur ein kleiner rundlicher Tondrache das Licht der Welt erblicken. Aber die Mit-Toner am Tisch waren anspruchsvoll – sehr anspruchsvoll. Mal sah das Maul des Wesens angeblich aus wie das einer Kaulquappe, mal wie das eines Elefanten. Da entstanden „Drachus Quappus“ und „Drachus Rüssus“ … Obwohl es für einen Drachen nichts praktischeres gibt als einen langen Rüssel, mit dem er sich am Rücken kratzen kann, konnte nichts die kritischen Anwesenden überzeugen. Und was wurde der Drache letztendlich? Seht selbst ... Als Partner für ihn entstand noch ein sogenannter „Seedrache“, der sich mit seinem robbenähnlichen Körper sicherlich prima unter Wasser fortbewegen kann.

 
 

Am Tischende nahm das Wappen langsam Formen an. Wer jedoch gedacht hatte, dies sei schon kompliziert gewesen, hatte sich getäuscht. Denn ein richtiger Einstig-Planer hat noch einen zweiten Plan! Der königliche Teddybär sollte endlich mit einer seinem Rang würdigen Gewandnadel und einem ordentlichen Schwert ausgestattet werden. Eine unsägliche Fitzelarbeit! Letzten Endes geriet beides ein wenig zu groß, aber nun hat Visy-Bär wenigstens etwas zum Protzen.  

 
    
So fixiert auf den Ton konnte man die Konzentration an diesem Vormittag förmlich in der Luft knistern hören. Neben der Arbeit richtig hinhören, was der andere sagt? Keine Zeit! „Wimpernwürste? Was sind Wimpernwürste?“ Eigentlich wurde nur die Wimpernbürste verlangt …
Bei so viel konzentrierter Arbeit muss auch der eifrigste Toner mal eine Pause einlegen. So ging es zum Essen, passend zu Einstig, ein wenig in die Vergangenheit. Denn das Restaurant ist ganz im Stil der 1950er Jahre eingerichtet: mit quietsch-rosafarbenem Weihnachtsbaum, einem Cadillac und roten Lederbänken.


 Auf dem Rückweg wurde dann spontan noch ein ganz anderes Projekt angegangen. Ein richtiges Einstig-Mitglied denkt beim Tonen schon an ein neues Kostüm – genauer gesagt an ein bestehendes, nicht genutztes Kostüm, das für unser Fantasy-Shooting im Februar „gepimt“ werden soll. Also schnell in den Supermarkt, Färbemittel gekauft und zu Hause ab mit den Kostümteilen in die Wanne.


Während das Kostüm eine neue Farbe annahm, nahmen wir uns frisch gestärkt und mit neuem Elan wieder dem Ton an. Untermalt von Weihnachtssongs entstanden weitere Windlichter und schillernde Herzen - und Easy hinterließ auch ihre Spuren.

   

Nachdem der Ton aufgebraucht war und die Kostümteile aus ihrem Farbbad geholt worden waren, ging es hinunter in den Keller. Die Farbe musste heraufgebracht werden. Denn das Wappen sollte in den Farben des Hauses erstrahlen – rot und schwarz. Obwohl der Ton noch nicht fest war – das dauert noch einige Tage –, wagten wir uns an die Pinsel.

 
 
Zufällig fiel uns ein Silberspray in die Hände – nicht nur praktisch für Schwert und Gewandnadel des Bären. Nein, kurzerhand wurden den See- und der Rüsseldrache silbern eingesprüht und erhielten damit einen sehr spacigen Touch. :-)

 

Am Abend konnten wir eine ganze Reihe vielleicht nicht immer nützlicher, aber umso lustigerer Gestalten und Gegenstände unser Eigen nennen. 

 


Den Videoclip über das Tonen findet Ihr hier:


Durch einen Klick auf den Titel gelangt Ihr direkt zu Youtube. Dort könnt Ihr den Clip größer und in HD ansehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen