Sonntag, 15. März 2015

Eine Wanderung ins Mittelalter - Willkommen auf der Burgruine Neu-Scharfeneck

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuem Blogbericht von Einstig.

Gestern haben wir eine Wanderung zur Burgruine Neu-Scharfeneck unternommen.


Auch wenn sich keine Sonne sehen ließ, so machte uns schon der Gedanke froh, dass es nicht regnete. Und unserer guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Auf einem Parkplatz in Dernbach (Pfalz) trafen wir alle zusammen.  Eine Gruppe aus neun Personen und drei Hunden machte sich startklar, um den Pfälzer Wald zu erobern.


Vorbei an alten Gedenkkreuzen mit interessanten Inschriften immer weiter hinein in den Wald ...


Die drei Begleithunde sorgten dafür, dass die Stimmung schon auf diesem kurzem Stückchen Weg nicht nachließ. So ging es für manchen "Neuhundeführer" querfeldein und über Stock und Stein. Dass dies erst der Anfang der neusten "Leinenchoreografie" sein würde, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.
Während viele kleine Gespräche entstanden, ging der Weg (bergauf) Richtung Marien- oder auch Lourdes-Grotte.

 

Dies ist eine kleine Gedenkstätte, welche die Frauen der Kriegsheimkehrer aus Dankbarkeit 1930/31 errichtet hatten.


Weiter ging es (bergauf) durch den Wald, vorbei an tollen Sandsteingebilden immer Richtung Burgruine.

 

Die Zeit verging wie im Fluge und so erreichten wir schon unser Ziel: Burgruine Neu-Scharfeneck.



Bereits im späten Mittelalter war dies der Hauptsitz der Familie von Scharfeneck-Metz, später von Heinrich III von Scharfeneck. Wer mehr über die interessante Geschichte der Burg Neu-Scharfeneck erfahren möchte, kann dies gerne >>hier<< tun.

Die Burganlage ist sehr weitläufig, und es stehen Hinweistafeln an wichtigen Plätzen, welche durch Wort und Bild die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart lebendig werden lassen.
Sie verdeutlichen auf eindrucksvolle Art und Weise, wie sich das Leben im Mittelalter auf dieser Burg abgespielt hat. Anhand der Zeichnungen war es leicht, einen Vergleich zu ziehen zwischen den Ruinen, die jetzt noch zu sehen sind, und dem damaligen Originalzustand.





   

Unser Wanderführer Gérard war so umsichtig, uns auch Grundrisspläne zu kopieren, sodass wir bei jedem Schritt und Tritt wussten, in welchem Teil der Burg wir uns gerade befanden.


Überall entdeckten wir kleine Nischen, Zwischenräume, Kellergewölbe, Aussichtspunkte und Mauerreste. In manch einem von uns wurde der Wunsch laut, doch mal in die Vergangenheit zu reisen, um einen Tag im Mittelalter hier auf dieser Burg zu verbringen.
Die Schönheit und Faszination dieser Ruine lässt sich schwer in Worte fassen. Deshalb folgt hier eine ganze Bilderserie der Anlage (weitere Fotos der Ruine gibt es auch in unserem Forum >> hier <<).

   
   
   
   
   
    
   
      

Nachdem wir die Ruine lange und ausführlich erkundet und uns gestärkt hatten, ging der Weg weiter.

 
 
   

Schließlich gehört zu einer richtigen "Pfälzer Wanderung" auch die Einkehr in eine original Pfälzer Wanderhütte!
Der Weg war mühsam, aber auch aktionreich und faszinierend zu gleich. Der Wald bot uns immer wieder neue Möglichkeiten, unsere Fitness, Hand-Augen-Koordination und Gleichgewichtssinn zu testen. Er führte uns aber auch die ungeheure Macht der Natur vor Augen, und wie winzig wir Menschen (und Hunde) im Vergleich dazu sind.

     
     

Und so begann auch der zweite Teil der Leinenchoreografie, welche ich am Anfang schon kurz erwähnt hatte.

      
      

Doch selbst die schwersten Hindernisse ließen sich mit Humor und  Gemeinschaftssinn meistern!

   

Nach dieser Anstrengung hatten wir uns das Mittagessen in der Landauer Hütte mehr als verdient! Auch diese Schutzhütte im Pfälzer Wald hat einen geschichtlichen Hintergrund. Im 13. Jahrhundert wurde der Platz, an der die Hütte nun steht, von  Zimmermannsleuten für den Bau der Burg Neu-Scharfeneck genutzt. Später befand sich an dieser Stelle der Burggarten, in dem Gemüse und Gewürze angebaut wurden.

 
   

Nach dem leckeren Essen (Flammkuchen, Erbsensuppe mit Würstchen, Handkäse mit Musik)  stellte sich die Frage: zurück zum Auto gehen oder einen kurzen Abstecher zum Orensberg/Orensfels machen? Da wir vom Essen gut gestärkt waren, das Wetter hielt und die Stimmung weiterhin klasse war, entschlossen wir uns: wir machen weiter!
Auf ging es, um den Berg zu erklimmen.


Kurz gab es noch einmal Zweifel, ob der Weg auch richtig war und wir uns nicht in den Tiefen des Pfälzer Waldes verirrten. Doch dies konnte dann dank kartenkundiger Einstiger ausgeschlossen werden.


Vorbei ging es an kleine Hobbit-Häusern, bis wir die Aussichtsstelle des Orensbergs erreichten.

 

Bekannt ist der Orensberg bei Gleitschirmfliegern, da dort ein Startpunkt für diese Sportart ist.


Etwas weiter gelangt man (bergauf) zum Gipfelplateau.


Von dort aus kann man (bei klarem Wetter) die Sicht über den Pfälzer Wald, die Burgen der Pfalz bis hin zur Rheinebene genießen.


Auch der Orensberg hat einen historischen Hintergrund. So fand man dort Siedlungsreste aus dem frühen Mittelalter. Außerdem gibt es dort Reste einer karolingischer Fliehburg zu sehen, welche auf das 8. Jahrhundert n. Chr. datiert wurde. Weitere interessante Infos zu diesem Berg  gibt es >> hier <<

   
   
   

Noch heute gibt es am Orenfelsen interessante (wenn auch weniger historische) Entdeckungen zu machen. So löste eine "vergessene Brotdose" das Interesse aller aus. Nach kurzer Aufklärung und gegenseitigem Austausch kamen aber alle Beteiligten zu dem Schluss: Es ist ein Geocaching-Schatz. Also schnell wieder zurücklegen und anderen, modernen Schatzsuchern die "Brotdose" überlassen.

 

Nun war es doch an der Zeit heimzukehren. Der Weg führte uns (nicht bergauf) ins Tal zurück.


Es war nicht überraschend, dass wir noch einmal an einer Hütte vorbeikamen. Manch einer munkelte sogar, es sei Absicht gewesen! So kehrten wir ein - zu einem letzten gemeinsamen Kaffeeplausch.
Das Dernbacher Haus bot eine große Speisekarte. Doch wir waren alle noch sehr gesättigt vom Mittagessen. Aber Kaffee und Kuchen, das geht immer in den Magen. Und auch unsere treuen Vierbeiner wurden nicht vergessen.

 
 
 

Der Tag neigte sich dem Ende zu. Fast acht Stunden frische Luft, Pfälzer Wald, Mittelalter, historische Sehenswürdigkeiten, Wanderwege (bergauf) und Hindernisse zeigten nun ihre Wirkung. Die Erschöpfung griff um sich.
Wie gut, dass der Ausgangsparkplatz nur 10 Minuten vom Dernbacher Haus entfernt war.
Der Blick zurück machte es uns noch einmal deutlich: Waren wir wirklich dort oben gewesen? Dort auf der Burg? Dort auf dem Berg? Sind wir so weit gelaufen? Waren es wirklich 13 Kilometer? Ist es wirklich schon 17 Uhr? Wo ging die Zeit hin?

Bei der Verabschiedung waren wir uns alle einig: So eine Wanderung muss wiederholt werden!!!
Es war ein wunderschöner, kurzweiliger Tag! Danke an alle Beteiligten! Wir sehen uns wieder!
Und wenn auch nicht live, dann wenigstens im Videoclip, den Sylvie von der Wanderung erstellt hat:

(um das Video in einer besseren Qualität zu sehen, klickt den Youtube-Link dazu an).

Wer noch mehr Fotos sehen möchte, kann gerne in unserem Aktivitäten-Archiv  >>hier<< nachschlagen.

Für alle, die diese Tour gerne einmal selbst wandern wollen, gibt es hier einen Geheimtipp: Sylvie hat mit der App "Komoot" die Wanderroute aufgezeichnet, mit Fotos und Kommentaren versehen und online gestellt. Einfach >>hier<< klicken.

Und wie immer hier noch der Ausblick auf die kommenden Aktivitäten von Einstig. Um Näheres dazu zu erfahren, klickt einfach auf die Aktivität.
20.06.15: Mittelalter/Fantasy-Picknick, Bindersbach/Pfalz
25.07.2015: Richard-Löwenherz-Fest, Annweiler

Auf bald,

Achtung: Um Euch einige Wanderziele besser zu erklären, sind diese mit Internetseiten verlinkt. Wir übernehmen keine Haftung für den Inhalt und die Richtigkeit dieser Seiten!

1 Kommentar:

  1. Solch ein schöner Tag! Die 13 km lange Wanderung bot alles, was unser Wanderherz begehrte: mäßig steile Anstiege zum auspowern, flache Strecken zum regenerieren, eine besinnliche Stätte (Lourdes-Grotte) eine majestätische Burgruine, gigantische Ausblicke, gemütliche Rast-Hütten ... und vor allen Dingen auch eine Wandergruppe, die sich super verstand und viel Spaß zusammen hatte.

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