Sonntag, 7. Juni 2015

Die Magierin und die Königin - Kostüm-Fotoshooting auf Burg Landeck

Nachdem uns das Kostüm-Shooting im Februar so viel Spaß gemacht hat (hier nachzulesen), lag es nahe, solch eine Aktion zu wiederholen. Dass es im Endeffekt gar nicht unser zweites, sondern bereits unser drittes Fotoshooting sein würde, hätten wir bis zum Freitag nicht gedacht. Stand unser spontanes Weiherwald-Shooting aber noch ganz im Zeichen der strahlenden Naturkulisse, sollte es am darauffolgenden Tagen ein klein wenig düsterer zugehen. So ging es diesmal auch nicht in den Sommerwald, sondern auf die Burg Landeck bei Klingenmünster. Die Burg wurde um 1200 erbaut, erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1237. In den darauffolgenden Jahrhunderten erlebte die Burg eine wechselvolle Geschichte der Besitzverhältnisse. Im 16. Jahrhundert brannte die Landeck im Bauernkrieg, ein Jahrhundert später wurde sie um 1680 von den Franzosen zerstört. 1881 begann der neu gegründete Landeckverein mit der Restaurierung der Burgruine, die in den 1960er Jahren vorangetrieben wurde. Heute beherbergt die Burganlage eine Burgschenke und eine Ausstellung.
Mehr über die Geschichte der Burg Landeck kann man hier nachlesen:
>> Wikipedia-Artikel <<
>> Landeckverein <<

 
 

Wir trafen uns am Freitag schon früh am Morgen, um den Besuchern der am späten Vormittag öffnenden Burgschenke aus dem Weg zu gehen und die Morgenstimmung einzufangen.

 

Wie beim letzten Mal stand Sylvie hinter der Kamera, während Dani und ich in Kostüme schlüpften. So stand vor dem Shooting zunächst einmal die Frage im Raum: Welche Figuren stellen wir dar? Da wir diesmal viel mehr Zeit zum Planen hatten als beim Spontan-Shooting am Freitag, machten wir uns darüber ausgiebig Gedanken.

Für mich sollte es wieder eine „Game of Thrones“-Shooting werden. Vor einiger Zeit habe ich von Dani und Sylvie bei einer Tauschaktion ein Kleid erhalten. Wirklich historisch war es zwar nicht, und Kragen, Rüschen sowie der Rock strahlten in Schweinchen-Rosa – absolut nicht meine Farbe. Nichtsdestotrotz war ich begeistert von dem Kleid, denn ich brachte es sofort mit einer bestimmten GoT-Figur in Verbindung. Und ich wusste: Hier kann ich mich austoben! :-)

Da mir das Kleid etwas zu groß war, musste ich zunächst Ärmel und Oberteil enger nähen. Der rosafarbene Rock hätte auf jeden Fall eingefärbt werden müssen, glücklicherweise hatte ich aber einmal für ein Renaissance-Kleid einen schwarzen Unterrock genäht. Mit einem Drachen darauf ersetzte er perfekt den ursprünglichen Rock. Der Kragen wurde dank Lederimitat schwarz, die Rüschen mussten weichen. Die Knöpfe überzog ich mit Stoff und roten Drachenköpfen. Weitere Drachen folgten, ebenso wie Zierbänder und sehr, sehr viele Perlen … Und am Ende sah es tatsächlich so aus, wie ich mir ein Kleid für Königin Rhaella Targaryen vorstellte. An die Krone nähte ich einen schwarzen Schleier als Zeichen der Trauer. Da ich mich bei dieser Figur an keine Kostüme aus der TV-Serie halten musste, konnte ich meiner Fantasie völlig freien Lauf lassen.

 

Einige Worte zum Charakter: Die Königin von Westeros, wurde - wie bei den Targaryens nicht unüblich - mit ihrem ungeliebten Bruder verheiratet. Als sowohl er als auch ihr älterer Sohn und dessen Familie getötet werden, flieht sie, gerade wieder schwanger geworden, mit ihrem kleinen Sohn Viserys nach Burg Drachenstein. Dort krönt sie den Jungen zum neuen König. Bei der Geburt ihrer Tochter Daenerys in einer stürmischen Nacht stirbt sie. Welches Schicksal Viserys erleidet und welchen Weg Daenerys geht, erfährt man dann in den Büchern bzw. der Verfilmung.
Im >> Westeros-Wiki << wird die Figur näher beschrieben.

 

Auch wenn sie in der Buch- bzw. Serien-Handlung ja keine Rolle spielt, beeindruckt sie als GoT-Charakter, pflichtbewusste Königin und Mutter. Obwohl ihr Mann sie quälte, sie Fehlgeburten erlitt und den Tod vieler ihrer Familienmitglieder und Kinder verkraften musste, versuchte sie, stark zu bleiben, das Leid zu erdulden und ihren einzig überlebenden Sohn zunächst vor ihrem wahnsinnigen Mann und später vor den aufständischen Adelshäusern zu beschützen.

 
Vor diesem Hintergrund war klar, dass die entstehenden Fotos einen ernsten, aber würdevollen Charakter haben sollten. Die Landeck sollte Burg Drachenstein darstellen, letzte Zuflucht nach der Rebellion. Umgebung und Wetter passen nicht ganz, aber eine auf Klippen thronende Burg ist hier so schwer zu finden. ;-)



Nun übergebe ich das Wort an Dani, die etwas über ihr Kostüm und die entstandenen Bilder erzählen wird.

Dani: >> Vor diesem Shooting fristete das Kleid lange Zeit ein Schattendasein in meinem Kostümschrank: gekauft, weil es "so toll wirkte", aber nie wirklich gebraucht, geschweige denn getragen.
Es war einmal ... So fangen die Märchen an, aus denen Träume sind. Und so habe ich meinem Kostüm eine Fantasygeschichte gegeben. Ich schaute nach orientalischen Namen und Ländern und schrieb nach und nach eine kleine Geschichte zum Kleid. Dies ermöglichte mir, beim Shooting leichter in die Rolle zu schlüpfen und dementsprechend auf den Fotos zu wirken und in Szene zu setzen.
Die Geschichte von Khalidas Weg der Erinnerung: Khalida (Bedeutung: unvergänglich; überlebend/lebendig) war eine weiße Magierin im Dienste des Sultans eines orientalischen Reiches namens Manjulia. Sie vertraute ihrem Sultan und half ihm bei vielen schwierigen Aufgaben.


Doch der Sultan missbrauchte Khalidas Vertrauen. Er betrog sie und nutzte ihre Fähigkeiten aus. Nachdem er alles erreicht hatte, was zu seinen Gunsten war, nahm er ihr das Liebste, wandte sich von ihr ab und verstieß sie.
Khalida konnte es nicht verstehen und war sehr verletzt. Ihr Herz und ihre Seele trugen Trauer. So schwor sie der weißen Magie ab und nutzte ab nun die dunklen Mächte für sich. Ihre ehemalige weiße Seele wurde grau vor Gram. Die ehemaligen weißen Kleider verloren ihre Farbe, so wie die Welt der Fröhlichkeit die Farben für Khalida verlor.


Die Magierin verlor ihre Unbeschwertheit und wurde argwöhnisch jedem Fremden gegenüber. Nie wieder sollte jemand sie so ausnutzen und verletzen können. Sie erzeugte den "Rauch des Vergessens", welcher ihr helfen sollte über den Schmerz hinwegzukommen. Doch hin und wieder kam die weiße Seele in Khalida zum Vorschein. Dann schaute sie in ihrer kristallenen Kugel in die Vergangenheit - in glückliche Tage. Tage, die nie wieder kommen würden. Verzweiflung und Wut stiegen bei diesen Bildern in Khalida auf.


So zog sie weit fort in ein anderes Land, um zu vergessen, was geschehen war.
Doch die Vergangenheit und die damit verbundenen Erinnerungen reisen immer mit. Sie lassen sich nicht abschütteln.

Das Kostüm habe ich mal bei Ebay ersteigert. Es ist ein Theaterkostüm und dementsprechend aus schwerem Stoff und gut vernäht. Durch den Theatergebrauch ist es an manchen Stellen schon fleckig und abgenutzt. Aber dies passt sehr gut zu der Geschichte von Khalida.
Im Inneren ist ein Schild mit "Shoaff" eingenäht, welches aber nicht wirklich Informationen zu dem Stück preisgibt, für welches es genutzt wurde. So bekam das Gewand eine neue Bedeutung von mir. Da es mich aufgrund der Farben und dem Schnitt an den Orient erinnert, habe ich die Geschichte von Khalida dazu erfunden.
Die 30 Euro, die das Kostüm mal gekostet hat, haben sich gelohnt! Mit einer Gürtelkette habe ich das Kleid noch etwas aufgepeppt, ansonsten ist es originalgetreu wie gekauft.<<



So, von den Kostümen zurück zur Kulisse:
Im Internet hatten wir gelesen, dass die Burg rund um die Uhr zugänglich sei. Leider stellte sich dies als Fehlinformation heraus. Als wir vor dem verschlossenen Tor standen, befürchteten wir, bis zur Öffnung der Burgschenke einige Stunden warten müssten. Wenigstens auf der Zugbrücke wollten wir aber Fotos machen. Diese Entscheidung sollte sich als Glücksfall erweisen. Denn dort trafen wir bald auf die ausgesprochen nette Verwalterin der Burg. Sie bot uns sofort an, schon jetzt auf das Burggelände zu gehen. Da freuten wir uns natürlich gewaltig und nahmen das Angebot sehr dankbar an.

 

Nun erkundeten wir die Landeck nach passenden Kulissen - und die gab es hier reichlich: von der Burgmauer mit fantastischer Aussicht auf die Wälder unter uns bis zum dunkles Treppenhaus. Viele Winkel regten unsere Fantasie an ...

    
 
 
    

Während die Sonne an der Burgmauer Danis Kugel zum Strahlen brachte, zog es mich zu einem kleinen Beet mit Rosen und Lilien. So fanden wir beide genau die Orte, die zu unseren Figuren passten.

    

 
 

Wir nahmen auch so manches "Wagnis" in Kauf: Schmale Treppen können in langen Kleidern und bepackt mit Taschen voller Accessoires ein beinahe unüberwindbares Hindernis sein. Dafür wurden wir belohnt mit lauschigen Nischen, düsterem Gebälk und einer tollen Aussicht vom Turm hinab auf die umliegenden Dörfer, Wälder und Weinberge.

  

 
   
   

 Und weiter ging es auf unserer Tour durch die Burg. Für Dani erwiesen sich ein großer Stein und ein an der Mauer angebrachter eiserner Käfig als ideale Orte, um einige ihrer Accessoires hervorzuholen. Mich zog es mit Burgtor und Treppe eher zu den "hölzernen" Dingen.

 
  
  

Immer dabei: Easy! Sie schlich sich auf so manches Bild. Mal war eine Schnauze zu sehen, mal eine Leine, und manchmal entstand ein "Suche den Hund"-Foto. Einige Male durfte sie aber auch ganz offiziell mit aufs Bild. :-)

  

Für mich zeigte sich noch ein anderer tierischer Burgbewohner: ein kleiner "Drache". ;-)


Meine Bilder hatten ja hauptsächlich einen ernsten, traurigen Charakter. Einige fröhliche Fotos wollte ich dann aber doch: die Königin im Spiel mit ihrem Sohn. Einen kleinen Jungen hatten wir nicht dabei, aber man kann ja so tun als ob. ;-) Nun hatte auch die "Kleiner Visy im Drachenkostüm"-Puppe, die ich kürzlich genäht hatte, ihren Auftritt.

 
 

Man breitet seine Arme aus, und wer kommt? Nicht Viserys, sondern Easy - auch mit einem "y" im Namen. ;-)

 

Die Visy-Drachen-Puppe wurde kurzzeitig zum heimlichen Star des Morgens und von den Damen angehimmelt ...

 

... auch wenn Khalida ihn mit einer Voodoo-Puppe verwechselte. ;-)


Überhaupt hatten wir viel Spaß an diesem Morgen, sodass einige Scherz-Fotos entstanden. So schrieben wir z. B. GoT ein bisschen um ... Auch wenn Dani keinen GoT-Charakter darstellte, mit diesem Blick würde sie perfekt in die Serie passen. ;-)

       

Viele Fotos später machte sich dann doch etwas die Erschöpfung breit. Inzwischen war es auch reichlich warm geworden. So verließen wir langsam die Burg, jedoch nicht ohne noch einen kurzen Abstecher zum Brunnen unterhalb der Burg zu machen. Dort entstanden dann die letzten Fotos, bevor wir aufbrachen.

  
   
 

 
 

Eigentlich wollten wir noch an einer Kapelle in der Nähe Halt machen, doch fanden wir einfach die auf dem Schild ausgewiesenen "gekennzeichneten Parkplätze" nicht. Da waren keine, ganz sicher ... Aber vielleicht waren wir auch einfach noch immer so in unsere Rollen vertieft, dass wir in dem Moment gar nicht wussten, wie ein Parkplatz aussieht. :-) Darum ließen wir uns auf dem Rückweg auch vom Navigationsgerät leiten, das uns durch etliche Dörfer führte. So konnten wir noch den Blick auf schöne Fachwerkhäuser, Stadttore, Weinberge und Mohnfelder genießen.

Sylvie hat ein Video zum Landeck-Shooting erstellt. Für eine bessere Ansicht unten auf das kleine Youtube-Symbol klicken und es direkt auf Youtube in HD ansehen.


Auch das Video zum Weiherwald-Shooting am Donnerstag ist mittlerweile fertig und hier verlinkt. Schaut einfach noch einmal im vorherigen Blogbeitrag vorbei.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält mehrere Links zu externen Webseiten. Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte dieser Seiten.


Noch einen schönen Sonntag wünscht

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen