Sonntag, 5. Februar 2017

Zauberhaftes und Königliches: Wir wagen uns an Worbla

Nachdem wir uns mit dem Thema in der Theorie schon eine Weile beschäftigt hatten, war es am Samstag endlich soweit: Wir wagten uns ans Worbla. Im Vorfeld hatten wir uns schon überlegt, was wir aus dem Material basteln würden: Dani wollte mehrere Zauberstäbe erstellen, u. a. für das kommende Kostüm-Shooting und ihre „Gute Fee“. Auch Sylvie plante Zauberstäbe, allerdings für ihre Krippen-Kinder. Die lieben einen Mitmach-Song über einen Zauberer ganz besonders, und da passt ein Zauberstab natürlich perfekt.
Ebenfalls in Hinblick auf das Shooting wollte ich Accessoires für mein Kostüm kreieren: eine Art „Brustplatte“ für das Oberteil sowie eine Krone und einen Dolch. Genau, nix gute Fee … ;-)
In den vergangenen Wochen hatten wir schon eifrig auf das Treffen hingearbeitet: So hatte ich viele Einzelteile aus Moosgummi und Worbla vorbereitet. Dani ging sogar unter die Züchter und zog sich die Kristalle für ihre Zauberstäbe selbst.

 

Da wir noch nicht so genau wussten, welche Hilfsmittel wir außer den Heißluftpistolen benötigen würden, trugen wir sicherheitshalber eine ganze Menge zusammen: Backpapier und Alufolie, Unterlagen aus Plastik und Holz, Scheren, Teppichmesser, Schaber und anderes Werkzeug.

  

Und dann schalteten wir zum ersten Mal die Heißluftpistolen an. Wir hatten weder mit diesen Geräten noch mit Worbla zuvor gearbeitet und waren sehr gespannt, wie wir zurechtkommen würden. Mir flößte vor allem die Krone mit ihren geometrischen Formen Respekt ein. Beim ersten Versuch sollte man eigentlich mit einem weitaus einfacheren Stück beginnen, aber die Krone brauche ich bis März. Um dann doch nicht mit der größten Herausforderung anzufangen, begann ich zunächst mit dem Fingerschmuck – hier mussten nur noch zwei „Krallen“ gebastelt werden – was auch prima klappte.


  


Dani dagegen konnte ihrer Fantasie einfach freien Lauf lassen und musste sich an keine Filmfigur als Vorbild halten. So begann sie gleich mit einem XXL-Zauberstab.


 

Sylvie musste leider schnell feststellen, dass die gezüchteten Kristalle keine Wärme vertragen und in Kontakt mit lauwarmem Worbla zerbröseln. Das war schade, aber Dani und Sylvie hatten noch genug Weihnachtsschmuck und Fensterdeko zusammengetragen.

  
  

Nach dem Fingerschmuck kam ich dann doch nicht mehr drum herum, mich an die Krone zu wagen. Ich wickelte die Moosgummi-Teile in Worbla ein, was Dani stark an Blätterteigtaschen erinnerte. Abgesehen von kleineren Problemen, die Krone an meine Kopfform anzupassen, klappte das Ganze unerwartet gut.

 
 

Bei Dani und Sylvie ging es weiterhin zauberhaft zu, und sie schufen eine richtige Zauberstab-Sammlung.


  
 
 


Beim Basteln mit Worbla vergisst man definitiv die Zeit, aber zwischendrin musste doch rasch etwas gegessen werden. Eine Pause war spätestens dann dringend nötig, als beim Bestellen der Pizza so geistreiche Sätze fielen wie „Klein ist nicht so groß wie groß, oder?“

Meine Liste der abzuarbeitenden Teile war lang, und so folgte nun die Brustplatte für mein Kostüm. Die hatte ich schon einmal aus Fimo gefertigt, was sich aber als nicht praktikabel herausstellte, da das ausgehärtete Fimo nicht biegsam genug war. Nun der zweite Versuch aus Worbla. Das Formen von Reste-Klumpen zu Kugeln und das anschließende Ausrollen ist allerdings sehr mühsam, weshalb ich die Sache irgendwann abbrach und mich zur Abwechslung an den Dolch setzte. Im Nachhinein stellte ich fest, dass die Schlangen mit schmalen, von der Platte abgeschnittenen Worbla-Streifen im Handumdrehen geformt sind. Für den Dolch hatte ich im Vorfeld eine Grundform aus Alufolie und Moosgummi gebastelt.

 

Dani ummantelte einen alten Stab mit Worbla und so entstand spontan ein „Kampfstab“ – eventuell als Accessoire für eine mutige Wald-Elfe oder Ähnliches.


Sylvie widmete sich derweil einem Dolch.

 

Anschließend schuf sie eine Krähen-Maske, die zu unserem Erstaunen so wirkt, als wäre sie aus Leder gefertigt. Eigentlich hatte sie vor, eine Paradiesvogel-Maske zu basteln, aber das fertige Stück erinnerte uns alle viel mehr an einen geheimnisvollen Raben als an einen fröhlich-bunten Vogel. Also wurde sie schwarz angesprüht.

 

Nach etwa sieben Stunden konzentriertem Arbeiten musste nicht nur der Hund an die frische Luft – auch wir hatten für diesen Tag genug vom Geräusch der Heißluftpistole. Unser Fazit zum Thema Worbla ist aber ein durch und durch positives. Man kann damit wunderbare Gegenstände und Accessoires zaubern, es lässt sich toll verarbeiten, ist stabil und hinterlässt keinerlei Spuren an Händen und Tisch. Beim nächsten Mal wollen wir auch das transparente Worbla ausprobieren.

Für alle, die auch gerne einmal mit Worbla arbeiten würden, aber bei dem Thema genauso unbedarft sind wie wir bisher, sind hier noch ein paar Dinge, die wir am Samstag gelernt haben:

Worbla kaufen:
Aus Fehlern wird man ja manchmal klug, und so wissen auch wir nun, dass man ein wenig Zeit in die Suche nach günstigem Worbla investieren sollte. Wir hatten nämlich bereits eine Worbla-Platte gekauft, nur um dann festzustellen, dass es sie in einem anderen Shop in der gleichen Größe für die Hälfte gab. So haben wir die zweite Fuhre Worbla hier bestellt: www.mycostumes.de Nein, wir werden für den Link nicht bezahlt. ;-) Wir sind einfach zufriedene Kunden. :-)

Handschuhe:
In manchen Videos und Anleitungen zum Thema Worbla lasen wir, dass Handschuhe sehr wichtig seien, da das Worbla unheimlich heiß werden würde. In anderen Videos dagegen arbeitete man ganz ohne Handschuhe. Etwas unsicher geworden kauften wir uns sicherheitshalber Handschuhe für ein paar Euro. Wir trugen sie aber kaum. Das Worbla war selten so heiß, dass man es nicht mit bloßen Händen anfassen konnte. Beim Ausrollen von Schlangen sind die Handschuhe recht nützlich. Aber von Brandblasen, wie in einem Youtube-Video beschrieben, kann – wenn man ein wenig vorsichtig ist - wirklich keine Rede sein.

Moosgummi:
Ich wollte das Moosgummi bei meinen Accessoires aus zwei Gründen verwenden: Zum einen sparte ich so einiges an Worbla. Beim Dolch hätte ich beispielsweise mehrere Worbla-Schichten aufeinander kleben müssen. So konnte ich das Moosgummi einfach sandwichartig zwischen zwei Worbla-Platten legen. Zum anderen sollte das Moosgummi gerade bei der Krone für mehr Stabilität sorgen. Letzten Endes war ich auch froh, alle Moosgummi-Teile der Krone nur noch mit Worbla umhüllen zu müssen.

Klebeeigenschaften von Worbla:
Im Vorfeld fragten wir uns, ob die glatte Seite des Worbla deutlich besser haften würde als die raue Seite. Tut sie nicht, auch die grobe Seite klebt wunderbar.

Worbla glätten?
In diversen Tutorials war immer wieder davon die Rede, dass man auf das Worbla mehrere Schichten Holzleim oder Ähnliches auftragen müsse. Nun fragten wir uns, ob das nur für ganz glatte Oberflächen wie beispielsweise Rüstungen nötig sei. Einen Rest Holzleim legten wir bereit, wollten es aber erst einmal ohne ausprobieren. Und im Endeffekt waren unsere Worbla-Teile auch so glatt genug. Einzig mit Silber-Sprühlack zeigt sich eine leicht körnige, raue Oberfläche.

Resteverwertung:
In verschiedenen Videos hatten wir gesehen, dass man Worbla-Reste, die z. B. beim Abschneiden überstehender Ränder übrigbleiben, ganz einfach unter Hitze wieder zusammenkneten und ausrollen kann. So richtig platt wurde das Worbla mit einem Nudelholz allerdings nicht. Wahrscheinlich sollte man dafür, wie in einigen Videos gezeigt, tatsächlich eine Nudelpresse verwenden.

Sylvie hat unsere erste Begegnung mit Worbla in einem Video festgehalten. Am besten klickt Ihr es an und stellt am Zahnrädchen die Qualität auf HD.





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